Wiener Philharmoniker
Sommernachtskonzert Schönbrunn

Georges Prêtre

Georges Prêtre wurde im nordfranzösischen Douai geboren und absolvierte sein Musikstudium am Pariser Konservatorium. 1946 debütierte er mit 22 Jahren an der Oper in Marseille. Von dort aus führte ihn sein Werdegang über die Opéra Comique in Paris zur Pariser Oper, zur Metropolitan Opera New York und zur Mailänder Scala.

1966 wurde er zum Musikdirektor der Pariser Oper ernannt. Im Konzertbereich dirigierte er die Wiener und die Berliner Philharmoniker, die großen amerikanischen sowie Londoner Orchester. 1986 wurde er für eine Fünfjahresperiode zum Ersten Gastdirigenten der Wiener Symphoniker gewählt, mit denen er auch internationale Konzertreisen (Europa, Japan, USA) unternahm.

Im Juli 1989 stand Georges Prêtre der Eröffnung der Opéra Bastille in Paris vor. Seit 1995 ist er Ehrendirigent des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR. Im Jahre 1999 dirigierte er mehrere Konzerte zum 100. Geburtstag von Francis Poulenc. Aus Anlaß des 100. Todestages von Giuseppe Verdi leitete er 2001 meherere Aufführungen von dessen Requiem. Im selben Jahr erlebte er eine triumphale Rückkehr an die Mailänder Scala mit einer Neuproduktion von Turandot. Seit 2002 arbeitet er regelmäßig mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden zusammen.

2004, im Jahr seines 80. Geburtstages, kehrte Georges Prêtre zu seinen bevorzugten europäischen Orchestern zurück: Santa Cecilia di Roma, Maggio Musicale Fiorentino, Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, Orchestra del Teatro La Fenice di Venezia, Wiener Symphoniker, Wiener Philharmoniker, SWR-Sinfonieorchester Stuttgart, NDR-Sinfonieorchester Hamburg, Sächsische Staatskapelle Dresden sowie zu seinen französischen Lieblingsorchestern: Orchestre National de France, Orchestre de l'Opéra National de Paris, Orchestre National du Capitole de Toulouse.

In der Saison 2006/07 standen u.a. Konzerte mit den Wiener Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Deutschen Symphonieorchester Berlin und Orchestra Filarmonica della Scala auf dem Programm.

Im Herbst 2007 dirigierte Georges Prêtre vier Konzerte im Rahmen des 'Beethoven-Festivals' der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. Der Höhepunkt dieser Saison war aber sicherlich das bejubelte Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Wiener Musikverein.

Georges Prêtre ist einer der wenigen französischen Künstler, die sowohl in der Heimat als auch im Ausland die höchsten Ehrungen erhalten haben. So wurde er 2004 Kommandeur der französischen Ehrenlegion und Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Aus Anlaß seines 80. Geburtstages wurde ihm auch das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen.
April 2008


Die Wiener Philharmoniker

Kaum ein anderer Klangkörper wird dauerhafter und enger mit der Geschichte und Tradition der europäischen Musik in Verbindung gebracht als die Wiener Philharmoniker. Im Laufe ihres nunmehr 166 jährigen Bestehens erlebten und prägten die Mitglieder dieses in der "Hauptstadt der Musik" beheimateten Ensembles das musikalische Geschehen durch eine Zeitepoche hindurch, die aufgrund der Vielzahl an genialen Komponisten und Interpreten in ihrer künstlerischen Bedeutung einmalig erscheint.

Die Verbundenheit der Wiener Philharmoniker mit der Musikgeschichte lässt sich in den Zitaten vieler herausragender Künstlerpersönlichkeiten eindrucksvoll nachvollziehen. Richard Wagner beschrieb das Orchester als eines der allervorzüglichsten der Welt, Anton Bruckner nannte es "den höchsten Kunstverein in der Musik", Johannes Brahms bezeichnete sich als "Freund und Verehrer" des Orchesters, Gustav Mahler fühlte sich "durch das Band der Kunst" verbunden, und Richard Strauss fasste zusammen: "Die Philharmoniker preisen heißt Geigen nach Wien tragen".

Künstlerische und unternehmerische Eigenverantwortlichkeit
 
Die Faszination, welche das im Jahre 1842 von Otto Nicolai gegründete Orchester seit seinem ersten Konzert auf die größten Komponisten und Dirigenten sowie auf das Publikum in aller Welt ausübt, beruht neben der bewusst gepflegten, von einer Generation an die nächste weitergegebenen Homogenität des Musizierens auf seiner einzigartigen Struktur und Geschichte: Die Notwendigkeit, den symphonischen Werken Mozarts und Beethovens in deren Heimatstadt kongeniale Interpretationen zu ermöglichen, führte 1842 zum Entschluss der Musiker des (Hof-)Opernorchesters, unabhängig von ihrem Theaterdienst in künstlerischer und unternehmerischer Eigenverantwortlichkeit "Philharmonische" Konzerte zu veranstalten, wofür nur eine einzige Organisationsform geeignet war - die Demokratie, um welche sechs Jahre später auf politischer Ebene blutig gekämpft wurde.

Die Botschaft der Musik
 
Die Wiener Philharmoniker haben es sich jedenfalls zur Aufgabe gemacht, die stets aktuelle humanitäre Botschaft der Musik in den Alltag und in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. Im Jahr 2005 wurden sie zu Goodwill Ambassadors der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ernannt, und seit 2006 sind sie auch Botschafter der Phonak-Initiative "Hear the World". Die Wiener Philharmoniker suchen jenes Motto zu verwirklichen, das Ludwig van Beethoven, dessen symphonischem Schaffen sie ihre Entstehung verdanken, seiner "Missa solemnis" voranstellte: "Von Herzen - möge es wieder zu Herzen gehen."

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