Wiener Philharmoniker
Sommernachtskonzert Schönbrunn

Das Programm

Johann Strauß: Wiener Blut, op. 354
Richard Strauss: Rosenkavalier Suite, op. 59          
Johann Strauß: Spanischer Marsch, op. 433            
Emmanuel Chabrier: España
Jacques Offenbach: Barcarole aus "Les Contes d'Hoffmann"
Maurice Ravel : La Valse

*

Johann Strauß (Sohn): Wiener Blut, Walzer op. 354

"Wiener Blut" ist untrennbar mit der Geschichte der Wiener Philharmoniker verbunden. Aus einem besonderen Anlass griff Johann Strauß am 22. April 1873 selbst zur Geige und leitete die Wiener Philharmoniker: Das Personal der k. und k. Hofoper lud im Rahmen der Hochzeitsfeierlichkeiten von Erzherzogin Gisela, der ältesten Tochter des Kaiserpaares, mit Leopold von Bayern zu einem Hof-Opernball. Da die Räume in der Oper nicht zur Verfügung standen, fand der Ball im Wiener Musikverein statt. Für dieses Ereignis wurde ein musikalisches Programm gestaltet, dessen Höhepunkt die Uraufführung dieses Walzers war, der zu den beliebtesten Kompositionen der Strauß-Familie zählt.


Richard Strauss: Rosenkavalier-Suite, o. Op. 145

"Der Rosenkavalier" von Richard Strauss wurde am 26. Jänner 1911 in Dresden uraufgeführt. Im selben Jahr brachte der Verlag Adolf Fürstner eine Suite "Der Rosenkavalier" für verschiedene Besetzungsvarianten heraus, die wesentlichen Anteil an der schnellen Popularisierung dieser Oper hat. Als Richard Strauss nach dem Ende des 2. Weltkriegs in der Schweiz lebte und Einkünfte benötigte, beschäftigte er sich auch mit Arrangements seiner erfolgreichen Opern. So entstand die einsätzige "Rosenkavalier-Suite" mit allen Höhepunkten der Oper. Die Uraufführung fand 1946 mit den Wiener Symphonikern unter Hans Swarovsky im Wiener Konzerthaus statt.


Johann Strauß Sohn: Spanischer Marsch, op. 433

Johann Strauß komponierte viele Märsche, die ihm für Widmungen an Monarchen oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dienten. Der "Spanische Marsch" wurde der spanischen Regentin Marie Christine gewidmet, die sich in Madrid für die Wiener Musik eingesetzt hat. So lud sie auch Johann Strauß ein, dem die Reise jedoch zu beschwerlich war. Stattdessen schickte er die Komposition mit Widmung und wurde dafür mit dem Großkreuz des Isabellen-Ordens ausgezeichnet. Die Uraufführung konnte bislang nicht geklärt werden. Als neu wurde der "Spanische Marsch" beim Strauß-Konzert am 21. 10. 1888 im Wiener Musikverein ausgewiesen, das Eduard Strauß dirigierte.

Emmanuel Chabrier: España

Emmanuel Chabrier komponierte die Orchesterrhapsodie "España" nach einem siebenmonatigen Aufenthalt in Spanien 1883. Sie wurde zu seinem populärsten Stück, das am Höhepunkt seines Schaffens entstand. Zuvor hatte der auch als Jurist ausgebildete Komponist und Pianist, der mit vielen seiner Künstlerkollegen in Paris befreundet war und Maurice Ravel zum Vorbild wurde, eine Stelle am französischen Innenministerium aufgegeben. Doch der Erfolg war ihm nicht lange beschieden. Wenig später erkrankte er schwer und starb 1894 verarmt im Alter von 53 Jahren in Paris.


Jacques Offenbach: Barcarole aus "Hoffmanns Erzählungen"
Eine Barcarole (von italienisch barca: Boot) war ursprünglich ein venezianisches Gondel-Lied im 6/8 oder 12/8-Takt. Die Melodien von Barcarolen erinnern an das Schaukeln der Gondeln in den Kanälen Venedigs. Eine besonders bekannte Barcarole eröffnet den 4. Akt der phantastischen Oper "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach, die 1881 in Paris uraufgeführt wurde. Der Komponist hat diese Barcarole seiner Oper "Die Rheinnixen" entnommen, die am 4. Februar 1864 an der Wiener Hofoper in deutscher Sprache uraufgeführt wurde – 22 Jahre zuvor wurden die Wiener Philharmoniker von Mitgliedern dieses Orchesters gegründet.


Maurice Ravel: La Valse. Poème choréographique
Schon 1906 begann Maurice Ravel, seiner Bewunderung für Wien in einer Komposition Ausdruck zu verleihen. Doch der Ausbruch des 1. Weltkrieges setzte der Arbeit an diesem Werk mit dem Titel "Wien" ein Ende. Umso lieber nahm Ravel 1919 einen Auftrag des russischen Mäzens und Impresarios der legendären Ballets russes, Sergej Diaghilew, an. Dieser wünschte sich eine Ballettmusik, in deren Zentrum der Wiener Walzer stehen sollte. Im März 1920 jedoch kam es zum Bruch, als Diaghilew die Komposition ablehnte: "Ravel, das ist ein Meisterwerk, aber kein Ballett". Die konzertante Uraufführung fand 1920 in Paris statt. Diaghilew irrte jedoch in seinem Urteil: 1951 schuf George Balanchine eine bezaubernde Choreographie für das New York City Ballet, die seither fixer Bestandteil des Ballettrepertoires ist.

Texte: Silvia Kargl/Wiener Philharmoniker

Phonak - Hear the World
Bank Austria
Bundeskanzleramt Österreich
Österreichische Nationalbank
Bundesministerium für Finanzen
ORF
Wien Kultur
Verbund
Kronen Zeitung